National material flow analysis

Die Materialflussanalyse (MFA) ist ein Ressourcenaggregations-Instrument, welches auf dem Prinzip des sozialen Metabolismus basiert. Diese nationale MFA-Studie untersucht die Struktur und Entwicklung der physischen Ökonomie und der Materialflüsse - natürliche Entnahme, Importe und Exporte - in Kuba zwischen 1970 und 2003 in vier Materialgruppen (Biomasse, Mineralien, Erze und fossile Energieträger). Die MFA-Indikatoren Materialentnahme Domestic Extraction (DE), Materialverbrauch Domestic Material Consumption (DMC), Materialintensität Material Intensity (MI) und die physische Handelsbilanz Physical Trade Balance (PTB) sowie ihre materielle Zusammensetzung werden betrachtet. Weiters wird der Zusammenhang zwischen Materialverbrauch, Wirtschaftswachstum und menschlicher Entwicklung in Kuba, zwischen 1970 und 2003, untersucht. Besonderes Augenmerk gilt dem Aufbau des Energiesektors und der Entwicklung der disaggregierten Materialflüsse Zuckerrohr und Nickel.
Hinsichtlich sozio-ökonomischer und ökologischer Parameter können drei Phasen in der Entwicklung der physischen Ökonomie unterschieden werden, welche sich auch in den meisten MFA-Indikatoren wiederfinden: eine Wachstumsperiode (1970-1989), Zusammenbruch (1989) und eine Erholungsphase (1990-2003). Die kubanische physische Ökonomie ist auf die Produktion einiger weniger Rohstoffe ausgerichtet, vor allem Zuckerrohr und Nickel. Die inländlische Materialentnahme (DE) umfasst hauptsächlich Biomasse (70%) und Mineralien (20%). Biomasse machte 25% der physischen Importe und 60% bis 90% der physischen Exporte zwischen 1970 und 2003 aus. In diesem Zeitraum wurde der Primärenergieverbrauch hauptsächlich durch Fossilenergieimporte gedeckt, besonders Öl und Ölprodukte, welche rund 70% aller physischen Importe ausmachten. Kubas ökologischer Fußabdruck und Pro-Kopf Energieverbrauch sind im internationalen Vergleich verhältnismäßig niedrig.